Sonntag, 3. März 2013

Brasilien baut Atom-U-Boot - Jetzt fangen die Idioten auch noch an!


Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hat verkündet, das Land wolle in den nächsten Jahren fünf neue U-Boote bauen und in Betrieb nehmen. Vier dieser Boote werden durch konventionelle Dieselmotoren angetrieben, das fünfte bekommt einen Atomantrieb. Bislang besitzen die USA, Russland, China, Britannien und Frankreich derartige Waffensysteme. Sie wurden während des Kalten Krieges entwickelt, um möglichst lange Einsatzzeiten auf See zu ermöglichen, die meisten dieser U-Boote fungieren als schwimmende Abschussbasen für Atomraketen.

Als kritischer Medienkonsument fragt man sich nun: Wozu braucht Brasilien ein Atom-U-Boot? Von wem fühlt sich das Land bedroht? Der Kalte Krieg ist lange vorbei. Eine gewisse Gefahr geht von den unkalkulierbaren Regimen im Iran und Nordkorea aus. Deren Armeen müssten aber viele Tausend Kilometer zurücklegen, um auch nur in die Nähe Südamerikas zu gelangen. Eine weitere Gefahr geht vom Terrorismus aus. Wollen die Brasilianer mit ihren U-Booten vielleicht die Schlauchboote von Al-Qaida versenken? Oder fühlen sie von ihren Nachbarn bedroht? Vom Erbfeind Argentinien etwa? Das Land leidet immer noch unter dem Staatsbankrott von 2002, seine Armee ist in einem desolaten Zustand. Die übrigen Armeen des Kontinents sind auch nicht viel stärker, einige taugen nur dazu, unliebsame Bevölkerungsgruppen zu unterdrücken. Also wo ist der Feind?

Viel wahrscheinlicher ist, dass die Brasilianer jetzt, wo das Land einen eindrucksvollen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, in die Riege der „großen“ Militärnationen aufsteigen wollen. Sie wollen ernst genommen werden, wollen respektiert und gefürchtet werden. Dann sollen sie doch gleich Rallyestreifen auf die Rümpfe malen, Fuchsschwänze an die Periskope hängen und die U-Boote so tief legen wie es nur geht (am besten auf den Grund des Marianengrabens). Dieses Verhalten erinnert an eine primitive Phase der Menschheitsgeschichte, die wir schon überwunden glaubten.

Gibt es sonst keine Probleme in dem Land? Selbstverständlich. In Brasilien leben Millionen Menschen unter erbärmlichen Bedingungen, die Favelas, die Armensiedlungen rund um die Großstädte, sind weltweit berüchtigt. Ursache für Kriege, für Gewalt und Kriminalität ist meistens Wut. Wut über Armut, ungleiche Verteilung und Perspektivlosigkeit. Die sechs Milliarden Euro, die die U-Boote kosten werden, sollte man nicht benutzen, um einen imaginären Feind zu bedrohen, sondern um die Wut aufzulösen.

Lesen Sie in diesem Zusammenhang bitte auch meine Posts USA modernisieren Atomwaffen und U-Boote für Israel - Deutschland heizt Konflikt an, sowie Indien testet Atomrakete und Pakistan testet Atomrakete - Der Irrsinn geht weiter. 

Die Idioten werden wohl so schnell nicht aussterben.

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