Sonntag, 9. September 2012

Antisemitismus auflösen – es ist ganz einfach



In letzter Zeit häufen sich Angriffe auf jüdische Mitbürger, so wurde etwa am 29.08.12 in Berlin ein Rabbiner von Jugendlichen beleidigt und verletzt, seine Tochter mit dem Tod bedroht. Die Täter waren "vermutlich arabischer Herkunft", sagte die Berliner Polizei. Danach kam es zu den üblichen reflexhaften Reaktionen, es gab eine Demonstration unter dem Motto "Berlin bleibt eine tolerante Stadt", Dieter Graumann, der Vorsitzende der Zentralrats der Juden, rief die Muslime dazu auf, dem Antisemitismus stärker entgegenzutreten, daraufhin waren führende Mitglieder der Islamverbände beleidigt und erklärten, Muslime bräuchten keine Lehrstunde usw. - Kindertheater für Erwachsene. 

In einigen Medien war die Frage zu hören: Wann werden wir den Kampf gegen den Antisemitismus endlich gewinnen? In dieser Frage sind bereits zwei Fehler enthalten. Der Begriff Antisemitismus ist falsch gewählt, denn als Semiten werden alle Völker bezeichnet, die eine semitische Sprache sprechen - und dazu zählen auch die Araber. Diese sprachliche Ungenauigkeit zeigt, wie unzureichend wir bisher über diese Dinge nachgedacht haben. Noch schwerwiegender ist der zweite Fehler: Man sollte grundsätzlich nicht kämpfen, denn dadurch macht man seinen „Gegner“ nur stärker.

Der Antisemitismus wird durch drei Personengruppen erschaffen:

1. Antisemiten: Neonazis und Islamisten. Müssen nicht näher erklärt werden.
2. Anti-Antisemiten: Diejenigen, die es zwar gut meinen, aber schlecht machen. Beispiel: Wenn man einen Christen verprügelt, passiert nichts. Wenn man einen Atheisten verprügelt, passiert nichts. Wenn man einen Juden verprügelt, kommt man damit in die Hauptnachrichten aller Fernsehsender. Dadurch entsteht ein Nachahmungseffekt.
3. Semiten: Juden definieren sich selbst als Opfer und andere als Täter. Beispiel: Ralph Giordano hat den Begriff der „zweiten Schuld“ geprägt und meinte damit die mangelhafte Aufarbeitung der NS-Verbrechen in der Nachkriegszeit. Ungewollt hat er damit zu dem Schuldkomplex beigetragen, unter dem heute viele Deutsche leiden, insbesondere Politiker. Sie versuchen die „Schuld“ wettzumachen, indem sie die eigene Kultur verneinen und durch eine andere, eine Multikultur ersetzen. Das schnellste Mittel dazu ist massenhafte Einwanderung, auch aus arabischen Ländern. Viele arabische Jugendliche können sich nicht integrieren, Frust entsteht, daraus erwächst Wut, die Wut wiederum sucht ein Ventil – alles hängt mit allem zusammen.

Wir sollten unsererseits nicht mit Wut auf die Wütenden reagieren (Gruppe 1). Besser ist es, wenn wir ihnen zuhören, die wahren Ursachen ihrer Probleme finden und sie beseitigen. Das heißt konkret: Integration verbessern. Mehr Geld in die Jugend investieren, in Kindergärten, Schulen und Förderprogramme. Wenn man tausend Milliarden für die Rettung des Euros bereitstellen kann, wird sich auch eine Milliarde für unsere Kinder finden lassen.

Außerdem sollten wir endlich den „Täter und Opfer“-Kult abschaffen (Gruppen 2 und 3). Unsere Gesellschaft ist fasziniert von Gewalt und Ungerechtigkeit, ständig sehen wir Bilder leidender Menschen, in Nachrichten, Büchern, Filmen und Spielen – die Köpfe unserer Kinder werden damit regelrecht zugemüllt. Dadurch entstehen Angst, Wut, Schuld- und Schamgefühle – die Spirale dreht sich weiter. Besser ist es, wenn wir uns gegenseitig Mut machen, uns liebevoll behandeln und unsere wahren Bedürfnisse befriedigen. Kein Mensch ist von sich aus schlecht oder böse. Deshalb nicht den „Täter“ bekämpfen, sondern die Ursachen seiner Tat auflösen.


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