Samstag, 21. April 2012

Indien testet Atomrakete - der Irrsinn geht weiter


Am 19.04.12 hat Indien erstmals eine Interkontinentalrakete getestet. Die Agni IV kann atomare Sprengköpfe von mehr als einer Tonne Gewicht bis zu 5000 Kilometer weit transportieren. Diese Leistungsdaten sind sicher nicht zufällig gewählt, denn damit liegen auch die chinesischen Metropolen Peking und Shanghai in Reichweite der indischen Atomwaffe.

Bereits seit einigen Jahren ist ein Wettrüsten in dieser Region zu beobachten. China ist gerade dabei, seine Volksbefreiungsarmee zu einer der stärksten Militärmächte der Welt auszubauen. Derzeit werden nuklearbetriebene U-Boote und Flugzeugträger entwickelt, die neueste chinesische Rakete (JL-2) hat eine Reichweite von 8000 Kilometern. China ist seit 1964 im Besitz von Kernwaffen.

Besonders widersinnig erscheint diese Entwicklung angsichts der gewaltigen Armut, die noch immer in beiden Ländern herrscht. In Indien leben 44 Prozent der Menschen von weniger als einem Dollar pro Tag, in China verdient die Landbevölkerung etwa 40 Euro im Monat. Trotzdem leisten sich beide Regierungen Rüstungsprogramme im Wert von vielen Milliarden Dollar.

Ist das Ganze nur eine lokal begrenzte Idiotie? Nein - denn alles hängt mit allem zusammen. Indien fühlt sich von der chinesischen Atombombe bedroht. China fühlte sich zuvor von der sowjetischen Atombombe bedroht. Die damalige Sowjetunion fühlte sich von der amerikanischen Atombombe bedroht. 
 
Gibt es ein Gegenmittel? Ja - z.B. den Atomwaffensperrvertrag. Er verbietet nicht nur die Verbreitung von Atomwaffen, sondern verlangt auch die vollständige Abrüstung aller bereits existierenden Atomwaffen. Vermutlich ist er einer der wichtigsten Verträge, die die Menschheit mit sich selbst geschlossen hat - und einer derjenigen, die am häufigsten gebrochen wurden. 

Dieses Beispiel zeigt wieder einmal, dass wir uns zu sehr auf den technischen und wirtschaftlichen Fortschritt konzentrieren. Viel sinnvoller ist der geistig-moralische Fortschritt - daran müssen wir arbeiten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen