Mittwoch, 1. Februar 2012

Filmkritik - Drive


Inhalt:

Er hat keinen Namen, und er ist ein Einzelgänger (und wird gespielt von Ryan Gosling). Tagsüber arbeitet der Driver als Mechaniker und Stuntman, nachts verkauft er sein Talent an die Unterwelt. Fünf Minuten - so viel Zeit hat jeder Gangster für seinen Überfall. Wenn die Zeit abgelaufen ist, fährt der Driver los - mit oder ohne Fahrgast. Weil er sich dabei nicht allein auf seine Fahrkünste verlässt, sondern zur Sicherheit auch den Polizeifunk abhört, wurde er bislang noch nie geschnappt.
Einer Person kann er jedoch nicht entkommen: seiner Nachbarin Irene (Carey Mulligan). Es beginnt harmlos, Irenes Auto hat einen Motorschaden, der Driver bringt sie nach Hause. Dummerweise ist Irene mit einem Mann namens Standart verheiratet, der der albanischen Mafia viel Geld schuldet. Um Irene zu beschützen, bietet der Driver an, Standart bei einem Überall auf ein Pfandhaus zu helfen. Der Plan scheint zu gelingen, Standard hält die Fünf-Minuten-Regel ein. Dann aber wird er erschossen, und der Driver hat plötzlich eine Million Dollar im Auto und die Mafia auf den Fersen.

Bewertung:

Achtung: Der Film ist ab 18 Jahren freigegeben, und das hat seinen Grund. Der Einfluss von Quentin Tarantino macht sich unangenehm bemerkbar, seit dem Erfolg von PULP FICTION werden Actionfilme immer brutaler. Heute reicht es nicht mehr aus, wenn Menschen einfach nur verprügelt werden, in diesem Film droht der Hauptdarsteller (nicht der Bösewicht!) einem Menschen an, ihm mit einem Hammer eine Kugel in den Kopf zu schlagen - und das eigentliche Blutbad kommt erst noch. Die Verrohung unserer Alltagskultur schreitet voran.
Daneben hält DRIVE aber auch einige sehr schöne ruhige Momente bereit, die Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptpersonen erlebt man in dieser Intensität sonst nur im Arthouse-Kino.
Herausragend ist auch die Bildsprache des Films. Ästhetische Bilder sieht man regelmäßig im modernen Kino, oft jedoch in einer Monotonie, die an Werbeblöcke im Fernsehen erinnert. Hier hingegen sitzt jeder Licht- und Schatteneffekt, Gefühle von Einsamkeit und Verlorenheit werden durch kühle Farben und karge Szenerien vermittelt.    
DRIVE ist somit eine gelungene Kombination aus hartem Actionfilm und Drama und hat mit Recht den Regiepreis in Cannes gewonnen.   

Hier ist der Link zum deutschsprachigen Trailer


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