Mittwoch, 4. Januar 2012

Über Krieg und Frieden

Boeing-Drohne mit Kamera "Argus-IS"

Oops!... We did it Again! Ein neues Jahr hat begonnen, und die Amerikaner machen weiter wie bisher. Washington will seine Verbündeten im arabischen Raum mit milliardenschweren Waffenlieferungen unterstützen. Saudi-Arabien soll Kampfflugzeuge des Typs F-15 im Wert von 30 Milliarden Dollar erhalten, der Irak soll für 11 Milliarden Dollar Kriegsmaterial geliefert bekommen. 
Auch andere Länder werden mit US-Waffen beglückt, jedoch ohne dass sie selbst darüber verfügen dürfen. Über Afghanistan sollen demnächst Drohnen von Boeing kreisen, die mit dem neuen Argus-IS-Kamerasystem ausgerüstet sind. Es besitzt 368 Bildsensoren, zusammen erbringen sie eine Auflösung von 1,8 Gigapixeln. Damit soll es möglich sein, in einem Umkreis von bis zu 7 Kilometern bis zu 65 Objekte oder Personen gleichzeitig zu überwachen.

Wieder einmal stellt sich die Frage: Warum machen die das? Und wieder einmal lautet die Antwort: Um a) den Frieden zu sichern und b) den Krieg zu gewinnen.
Und wieder einmal ist beides falsch.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Waffenlieferungen das Pulverfass Persischer Golf nicht sicherer machen. Erst kürzlich hat der Iran damit gedroht, die Straße von Hormus abzuriegeln und damit den Ölexport aus der Region zu unterbinden. Nun könnte man damit argumentieren, das Mullah-Regime in Teheran trüge die Alleinschuld an der verfahrenen Situation. Das ist jedoch nicht richtig, die westlichen Staaten, allen voran die USA haben über Jahrzehnte hinweg immer wieder in die Geschicke dieser Region eingegriffen, meist mit negativen Folgen. Exemplarisch steht dafür die Operation Ajax, mit welcher der britische und der amerikanische Geheimdienst 1953 versuchten, den demokratisch gewählten Premier Mossadegh zu beseitigen. Unter den Nachwirkungen dieser Aktion leidet das Land bis heute.

Kurios erscheint in diesem Zusammenhang der Einsatz des Argus-IS-Systems.
1,8 Gigapixel - eine solch hohe Auflösung wurde bisher nicht erreicht. Aber was sehen die Bediener dieses Systems? Nicht mehr, als sie auch mit einer Stummfilmkamera, einem Fernrohr oder einem Monokel sehen würden. Sie sehen Freunde und Feinde, gute und böse Menschen. Die einen werden mit Bomben beliefert, die anderen mit Bomben beworfen - und bald darauf werden die Rollen getauscht. So wird kein Friede gesichert und kein Krieg gewonnen.

Wer in Frieden leben will, muss selbst friedlich sein. Kriege werden beendet, aber nicht gewonnen. Von einem Gewinn kann man nur sprechen, wenn ein Mehrwert entsteht, wenn Leben geschützt, bereichert oder entwickelt wird. Die jüngsten Kriege im Irak und Afghanistan hingegen haben mehrere Hunderttausend Tote und Verletzte gefordert. Gewinne machen allenfalls die Hersteller von Waffen und Munition. Eine ganz einfache Erkenntnis - vielleicht wird sie sich im Jahr 2012 endlich durchsetzen.


 

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