Montag, 12. Dezember 2011

Filmkritik - The Help



Inhalt:

In den Südstaaten der USA tobt während der sechziger Jahre der Kampf um Rassengleichheit und Bürgerrechte. Schwarze werden im Alltag diskriminiert, ihnen ist der Zugang zu Bildung und Wohlstand verwehrt, sie wohnen in Armenvierteln und schuften in schlecht bezahlten und gering angesehenen Jobs. Dazu zählt auch die Arbeit als Hausmädchen, obwohl die Kinder der weißen Oberschicht mehr von eben diesen Hausmädchen als von ihren Eltern erzogen werden.

Dieser Widerspruch fällt Eugenia „Skeeter“ Phelan (Emma Stone) auf, die als Journalisten für eine Lokalzeitung arbeitet. Sie entschließt sich, eine Artikelserie über schwarze Dienstboten zu schreiben und stößt damit auf Widerstände von beiden Seiten: Die weißen Herren möchten nicht, dass zu viel von ihrem Privatleben bekannt wird, und die schwarzen Angestellten sind zunächst misstrauisch, weil sich noch nie jemand für sie interessiert hat.
Skeeter gelingt es, das Vertrauen der warmherzigen Aibileen (Viola Davis) und der kecken Minni (Octavia Spencer) zu gewinnen. Die beiden öffnen sich ihr, erzählen aus ihren Leben. Skeeter ist erschütert von dem was sie hört und beschließt, aus der Artikelserie ein Buch zu machen. Damit bringt sie jedoch sich und ihre neuen Freunde in Gefahr...   


Bewertung:

In diesem Film geht es um die Schicksale schwarzer Hausmädchen - trotzdem ist er aus der Sicht einer Weißen erzählt. Obwohl den Schwarzen viel Raum gegeben wird und man einiges über sie erfährt, sind sie nicht wirklich handelnde Personen, sie sind vielmehr Gegenstände der Handlung. Die Initiative geht - im positiven wie negativen Sinne - allein von den Weißen aus.
Damit erinnert The Help stark an den Film Amistad von Steven Spielberg. Zur Erinnerung: Auf dem spanischen Sklavenschiff Amistad, das auf dem Weg zu einem kubanischen Hafen ist, findet eine Meuterei statt. Später wird die beschädigte Amistad von einem amerikanischen Schiff angegriffen und in einen US-Hafen umgeleitet. Verschiedene Parteien erheben vor Gericht Anspruch auf die Fracht des Schiffes, die schwarzen Sklaven, nur ein weißer Anwalt erkennt sie als Menschen und übernimmt ihre Verteidigung. Auch in diesem Film sind die Schwarzen mehr oder weniger Statisten, denen es trotz guter Ansätze nicht gelingt, ihre Probleme selbst zu lösen. Die Befreiung geschieht allein durch die Weißen - nachdem der Vorhang gefallen ist, kann sich das weiße Publikum gut fühlen, weil die Weißen wieder einmal die Welt gerettet haben. Dass sie zuvor die Welt aber auch an den Rand des Abgrunds geführt hatten, bleibt nicht in Erinnerung.
Damit sind im Grunde beide Filme - Amistad und The Help - unterschwellig rassistisch. Nur dass dieser Rassismus nicht so leicht zu erkennen ist wie ein Schild, auf dem steht: Für Schwarze verboten!



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