Mittwoch, 21. Dezember 2011

Filmkritik - Der Name der Leute - auf DVD


Inhalt:

Bahia (Sara Forestier) ist eine politische Hure. Davon gibt es viele, könnte man antworten, man sieht sie jeden Abend in den Fernsehnachrichten. Doch diese hier ist eine ganz Besondere: Bahia schläft mit Männern, die sie für böse hält - in diesem Fall sind es Rechte -, um sie zu bekehren, um sie „gut“ zu machen. Eines Tages trifft sie Arthur (Jaques Gamblin), Vogelgrippenexperte im französischen Gesundheitsamt. Wegen seiner Sicherheitsappelle scheint er ein reaktionärer Langweiler zu sein und damit ein idealer Patient für ihre Therapie. Arthur jedoch bekennt sich als Sozialist und - schlimmer noch - seine Vorfahren wurden von den Nazis verfolgt.

Eine verzwickte Lage für Bahia, die selbst zur Hälfte Araberin ist und sich als klassisches Opfer fühlt, aber nicht mehr Opfer sein will. Ein Ausweg bietet sich an: Die beiden könnten sich zusammentun, um fortan gemeinsam die Welt zu retten. Aber wer ist nun gut und böse, wer ist Opfer und wer Täter?


Bewertung:

Der Inhalt klingt witziger, als er ist. Hier werden zwar viele Vorurteile und Klischees vorgeführt, doch ironisch gebrochen wird nur wenig davon. Am Ende sind die Linken immer noch die Guten und die Rechten sind die Bösen. Wirklich geholfen wird in diesem Film niemanden, im Gegenteil, die Positionen werden eher noch untermauert. Aber immerhin verliert dabei niemand sein Leben, die einzige Waffe, die hier zum Einsatz kommt, ist der Sex. Eine wohltuende Abwechslung gegenüber den blutigen Lösungen des Hollywood-Kinos.
Positiv: die schauspielerischen Leistungen. Sara Forestier spielt mit vollem Körpereinsatz, wofür sie einen César bekam.
Auch die Inszenierung kann überzeugen, obwohl klar ist, dass Regisseur Leclerc mit den Rückblenden und der Gegenüberstellung von Arthurs Vater und seinem jugendlichen Ich bei Woody Allen abgekupfert hat. Aber immer noch besser gut geklaut als schlecht selbst gemacht.    
Fazit: Solide Unterhaltung. Geeignet für Anhänger der Occupy-Bewegung, linke Wähler und Menschen mit vorgefassten Meinungen. Nicht geeignet für Filmfreunde, die wirklich nachdenken wollen. 

  
Infos zur DVD:

Die Extras sind leider ziemlich dürftig ausgefallen: Deutsche Untertitel, ein paar Trailer und zwei kurze Interviews.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen