Mittwoch, 16. November 2011

Werbung für die NPD


Alle Jahre wieder… wird über ein Verbot der NPD gestritten. Derzeitiger Anlass ist die Zerschlagung der Zwickauer Terrorzelle, es hätte aber auch irgendetwas anderes sein können. Seit über zehn Jahren fordern Politiker, die rechtsextreme Partei zu verbieten, und sie regen sich darüber auf, dass sie Steuergelder erhält, dass sie vom Grundgesetz geschützt wird, obwohl sie doch auf dessen Abschaffung hinarbeitet, dass sie von V-Leuten des Verfassungsschutzes durchsetzt ist, die viel Geld in die Organisation pumpen, und so weiter.

Ständig wird in den Medien der Name der Partei genannt, ihr Logo und ihre Fahne werden gezeigt, einige Politiker und Journalisten wiederholen sogar die stumpfsinnigen Parolen – alles in bester Absicht natürlich. Dabei übersieht man aber, dass die NPD auf diese Weise eine erstklassige Werbung erhält. Normalerweise können Parteien, die am unteren Rand des Wahlzettels stehen, von solch einer Aufmerksamkeit nur träumen. Hätte die NPD die Werbezeit gekauft, hätte sie dafür viele Millionen zahlen müssen. Geld, das sie nicht hat.

Welche Botschaft wird damit übermittelt? Die NPD ist böse. Okay, das wussten wir schon. Was noch? Böse ist sexy. Wie kann ein junger Mensch, der mit sich selbst nicht im Reinen ist, am besten gegen die Gesellschaft protestieren? Etwa, indem er ein Plakat hochhält, auf dem steht Juden sind super oder Die Ausländer sind unsere Freunde? Wohl kaum. Jetzt weiß er, welche Parolen er zu brüllen hat. Wer was erleben will, geht zur NPD oder zu den Ultras, nicht zu den Kamillenteeschlürfern von Grünen und Linken.

Damit soll selbstverständlich nicht gesagt werden, dass die NPD weiterhin schalten und walten kann, wie sie will. Ein Verbot wäre inzwischen durchaus angemessen. Nur wenn man es durchführen will, dann bitte ohne diesen riesenhaften Medien-Hype.
Es einfach tun. Nicht nur darüber reden.



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