Samstag, 5. November 2011

Filmkritik - Fair Game - auf DVD

Derzeit bereiten die USA, Britannien und Israel einen neuen Krieg vor, diesmal geht es gegen den Iran. Angeblich arbeiten die Perser an einer Atombombe. Kommt Ihnen irgendwie bekannt vor? Kein Wunder, vor ein paar Jahren gab ´s das alles schon mal, nur ein paar Kilometer weiter westlich. Davon handelt dieser Film.

Inhalt:

Joseph Wilson (Sean Penn) reist im Auftrag der US-Regierung nach Nigeria um herauszufinden, ob das Land waffenfähiges Putonium an den Irak geliefert hat. Als ehemaliger Diplomat kennt er sich im Land bestens aus, er nutzt seine Kontakte, recherchiert gründlich und kommt zu dem Ergebnis, dass an diesem Gerücht nichts dran ist. Wilson verfasst einen entsprechenden Bericht, sendet ihn über die CIA nach Washington und glaubt, die Sache sei damit erledigt. Wenig später jedoch hält George Bush eine Brandrede, in der er den Irak noch immer bezichtigt, in Nigeria Uran beschafft zu haben - der verbale Auftakt für den Dritten Golfkrieg.
Wilson lässt sich davon nicht beirren, in der New York Times veröffentlicht er einen Artikel mit dem Titel „Was ich in Afrika nicht gefunden habe.“ Eine Woche später erfolgt der Gegenschlag: Der ultrakonservative Journalist Robert Novak stellt in seiner Kolumne nicht nur Wilsons Glaubwürdigkeit in Frage, er enttarnt zudem dessen Frau als CIA-Agentin. Valerie Wilson war bis zu diesem Zeitpunkt eine wichtige Mitarbeiterin des Geheimdienstes mit besten Verbindungen in den Irak, also eben jenem Land, gegen das die USA nun in den Krieg ziehen.
Anstatt jedoch, dass gegen den Verräter Anklage erhoben wird, beginnt eine Hexenjagd gegen das Ehepaar Wilson. Sie werden diffamiert, erhalten Drohungen, ihre beruflichen Karrieren sind am Ende - die Familie droht unter dem Druck zu zerbrechen...

Bewertung:

Der Film kann in eine Reihe gestellt werden mit Klassikern wie „Die Unbestechlichen“ oder „Thirteen Days“. Er zeichnet die Ereignisse akribisch nach, ist dabei spannend und unterhaltsam.
Sean Penn spielt wie immer ausgezeichnet, hält sich aber erfreulich zurück und überlässt auch Naomi Watts einige wichtige Szenen, was ihn selbst noch größer macht.
Am erstaunlichsten ist jedoch, dass sich die Geschichte unter der Regierung Bush tatsächlich so ereignet hat.
Obama kann es nur besser machen. Dachte man.     

Infos zur DVD:

Die DVD kann nicht hundertprozentig überzeugen. Sie enthält ein paar zusätzliche Szenen, die aber mit Recht herausgeschnitten wurden, weil sie die Geschichte nicht weiterbringen.
Die Audiokommentare sind streckenweise ermüdend, das Making of ist sehr konventionell gestaltet. Trotzdem empfehlenswert aufgrund seiner politischen Brisanz.

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