Donnerstag, 18. August 2011

Geburtenrate steigt - trotzdem zu gering


Das statistische Bundesamt teilte am 18.08.11 mit, dass im letzten Jahr die Geburtenrate je Frau auf 1,39 angestiegen ist. Damit wurde in Deutschland der höchste Stand seit zwanzig Jahren erreicht, trotzdem liegen wir in Europa immer noch auf einem der letzten Plätze. Bereits heute ergeben sich daraus Probleme, Unternehmen klagen darüber, dass sie zu wenig Arbeitskräfte finden, immer mehr Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. Derzeit kann man die Folgen mildern, indem man Arbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt integriert oder ältere Arbeitskräfte länger in den Arbeitsprozess eingebunden bleiben.
Das funktioniert ein paar Jahre, aber was geschieht danach? Manche schlagen Zuwanderung als Lösungsmittel vor. Das erzeugt jedoch neue Probleme, vor allem das der Integration. In vielen Vierteln europäischer Städte muss die Integration von Zuwanderern heute als gescheitert angesehen werden. Außerdem ist es moralisch höchst fragwürdig, aufstrebenden Nationen der Dritten Welt ihre besten Köpfe wegzukaufen, denn die werden im eigenen Land ebenso gebraucht.

All das könnte man ja noch verstehen, wenn wir uns bereits in einer prekären Situation befänden - tun wir aber nicht. Noch ist unser Land stabil, noch sind wir sehr reich. Das Volksvermögen wird nur für unsinnige Projekte ausgegeben.
Beispiel: Bankenrettung und Euro-Krise. Dafür stellten unsere Politiker beinahe über Nacht mehrere Hundert Milliarden Euro zur Verfügung.
Gegenbeispiel: Kinderbetreuung. Eltern und Alleinerziehende klagen darüber, dass es immer noch zu wenig Plätze in Kinderkrippen, Kindergärten, Tagesstätten und Ganztagsschulen gibt. Vielerorts muss man sich bereits sehr früh für diese Plätze anmelden, am besten gleich nach der Geburt, und wenn man mal einen erwischt hat, sind Ausstattung und Öffnungszeiten oft mangelhaft. Über eine halbe Stunde mehr Öffnungszeit wird erbittert gerungen, angeblich ist dafür kein Geld vorhanden.
Dabei wäre die Investition in einen deutschen Kindergarten sicher lohnender, als das Geld nach Brüssel oder Südeuropa zu überweisen. Hier ist es eine Investition in die Zukunft, dort ist es einfach nur weg.      

 

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