Sonntag, 24. Juli 2011

Griechenland - grundlegende Probleme nicht gelöst

Foto: wpopp

Auf dem Euro-Krisengipfel wurde der drohende Staatsbankrott von Griechenland abgewendet - vorerst. Doch die entscheidende Frage lautet: Was kommt danach? Eine der Hauptursachen der Krise ist die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der griechischen Wirtschaft. Hier zeigt sich eine interessante Parallele zum Jahr 1990, als die D-Mark in den neuen Ländern eingeführt wurde. Die Wirtschaft der ehemaligen DDR war dem Wettbewerb mit dem Westen nicht gewachsen, die Auswirkungen sind bekannt.
Etwas Ähnliches erleben wir derzeit in Südeuropa. Was dort als "Fabrik" bezeichnet wird, gilt in Nordeuropa oft als Industriemuseum. Als Folge daraus ist die griechische Zahlungsbilanz seit Jahren defizitär, die Defizite mussten durch Schulden ausgeglichen werden. Auf dem Krisengipfel hat man jetzt umgeschuldet, das bringt ein bisschen Aufschub. Aber was dann? Verschiedene Politiker sprachen davon, einen Marshall-Plan für Griechenland einzurichten, nannten aber keine konkreten Informationen. Wie viel Geld wird benötigt? Wer bezahlt dafür? Wer bekommt das Geld?
Es gibt keine ernstzunehmenden Maschinenbauer in Griechenland, keine Software-Häuser und keine Unternehmen der Biotechnologie. Also in welche Branche sollen die Milliarden fließen? Sollen etwa noch mehr Olivenbäume gepflanzt werden?
Viele Fragen, keine Antworten.
Außerdem ist es eine erwiesene Tatsache, dass Griechenlands Verwaltung unfähig und korrupt ist. Wenn man jetzt große Geldmittel dorthin überweist, würden sie wahrscheinlich in den Erwerb von schicken Geländewagen und Motoryachten fließen, ein großer Teil würde vermutlich auf Schweizer Bankkonten landen.

Fazit: Auf dem Krisengipfel haben die Politiker Zeit gekauft, um die nächsten Wahlen zu überstehen. Mehr ist nicht geschehen.

Infos zum Autor: www.elkvonlyck.de
 

Kommentare:

  1. "Ihr habt alle Dinge verstanden, die ich euch gesagt habe, und ihr habt sie im Glauben angenommen. Wenn ihr sie erkannt habt, dann sind sie die Eurigen. Wenn nicht, dann sind sie nicht die Eurigen."

    Jesus von Nazareth (nicht in der Bibel zu finden)

    "Euer Wille sage: der Übermensch sei der Sinn der Erde! Ich beschwöre euch, meine Brüder, bleibt der Erde treu und glaubt denen nicht, welche euch von überirdischen Hoffnungen reden! Giftmischer sind es, ob sie es wissen oder nicht."

    Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra

    "Steht der in Gütergemeinschaft lebende Kommunist am äußersten rechten Flügel, am Ausgangstor der gesellschaftlichen Entwicklung, bedeutet darum die kommunistische Forderung den letzten reaktionären Schritt, so muss die Natürliche Wirtschaftsordnung als Programm der Aktion, des Fortschritts des äußersten linken Flügelmannes angesehen werden. Alles, was dazwischen liegt, sind nur Entwicklungsstationen."

    Silvio Gesell

    "The greatest tragedy in mankind’s entire history may be the hijacking of morality by religion."

    Arthur C. Clarke

    Damit die "Finanzkrise" (korrekt: globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, klassisch: Armageddon), die unweigerlich den endgültigen Zusammenbruch des noch bestehenden, kapitalistischen Systems herbeiführen wird,…

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/der-bevorstehende-crash.html

    …nicht das Ende, sondern den eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation bedeutet, bedarf es rechtzeitig der allgemeinen "Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion". Unabhängig von "Glaube" oder "Unglaube" ist religiös verblendet, wer nicht zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus unterscheiden kann – die Grundvoraussetzung des Denkens, sofern es das zivilisierte Zusammenleben im weitesten Sinne betrifft.

    Willkommen im Cargo-Kult der Realität:
    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

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  2. Erfreulich: es gibt noch (einige wenige) Realisten in der Blogosphäre.
    Allzu schwimmen im Mainstream der medialen Meinungsmache mit, während andere die Politik kritisieren, dass sie alles falsch mache, gleichzeitig aber widersprüchliche Forderungen erheben, bzw. jedwedes ökonomisches Denken vermissen lassen.

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